20 Jahre ADAC Technik Zentrum

Das Technik Zentrum feiert 20-jähriges Jubiläum. Mit den Crashtests war der ADAC Vorreiter in Europa.

Vor 20 Jahren eröffnete der damalige ADAC Präsident Otto Flimm das Technik Zentrum in Landsberg am Lech. Es ist heute das internationale Testhaus für alle FIA Automobilclubs in Europa und die Verbraucherschutzverbände. 

Modell vom Technik Zentrum Landsberg und der Crashanlage

Im Interesse eines möglichst unabhängigen Verbraucherschutzes errichtete der Club ein eigenes Technik Zentrum. Am 15. Februar 1997 ging’s los: Die ersten Mitarbeiter zogen ein. Einen Monat später, am 13. März 1997, fand in Landsberg die offizielle Eröffnung mit dem damaligen Oberbürgermeister Franz Rößle und dem ADAC Präsidenten Otto Flimm statt.

Die Techniker und Ingenieure in Landsberg prüfen seit 20 Jahren Fahrzeuge, Baugruppen und Zubehör. 1999 kam die eigene Crashtest-Anlage hinzu.

Mission Verbraucherschutz

“Wir versuchen zu jeder Zeit, bei allen Tests und Untersuchungen neutral und unabhängig zu bleiben – das ist unsere Mission im Sinne des Verbraucherschutzes”, erklärt Arnulf Thiemel, Mitarbeiter in der Abteilung Fahrzeugtechnik (FTK). Die Kollegen sind unter anderem für die Betreuung unterschiedlichster Mitgliederanfragen sowie deren professionelle Beratung zuständig.

“Wir wollen möglichst reale und praxisnahe Tests durchführen, um für den Verbraucher die Wirklichkeit abzubilden.” Aus diesem Grund lassen sich die Kollegen beispielsweise nicht direkt von den Herstellern beliefern, sondern kaufen alle Testprodukte, wie der Verbraucher, im freien Handel. “Für diese Mission sind wir auch mal undercover unterwegs”, sagt Thiemel. Nur die neuen Fahrzeuge für den ADAC Autotest kommen von den Herstellern.

Zahlen, Daten, Fakten

In den vergangenen 20 Jahren haben unsere Experten insgesamt 2744 Autos fast aller Hersteller getestet. Dabei war der VW Golf Sportsvan 1.4 TSI Highline das beliebteste bei den Mitgliedern. Außerdem wurden bisher etwa 900 Autos gecrasht. Davon etwa 550 frontal, 200 seitlich und 150 im Pfahl-Aufprall – er simuliert einen Aufprall auf einen Pfeiler oder Baum. Zehn Cabrios wurden einem Überschlag-Versuch, dem sogenannten Rollover-Test, unterzogen. Den ADAC Reifentest gibt es bereits seit 44 Jahren und seit Eröffnung des Technik Zentrums wurden rund 1000 Reifenmodelle getestet. Dafür kauften die ADAC Techniker rund 40.000 Reifen im freien Handel und legten bei den Tests über 15 Millionen Kilometer zurück.

Das bietet das Technik Zentrum

Autotest: Jedes Jahr unterzieht der ADAC über 150 neue Fahrzeugmodelle einem umfangreichen Testprogramm mit mehr als 300 Prüfkriterien. Damit werden alle Aspekte des Fahrzeugs abgedeckt – von der Technik über die Sicherheit bis hin zur Handhabung und den Kosten.

EcoTest: Mit diesem Test werden die Emissionen sowie der Kraftstoffverbrauch aller Antriebsarten ermittelt. Seit 2016 führen die Experten in Landsberg auf der Straße unter realen Bedingungen die sogenannte PEMS-Messung durch. Der EcoTest ist fester Bestandteil der ADAC Autotests.

Crashtest: Die Länge der Anlaufbahn für den Crash beträgt 168 Meter und Fahrzeuge können eine maximale Aufprallgeschwindigkeit von 120 km/h erlangen. In der Anlage sind Fahrzeugversuche (Frontal-, Seiten-, Heckcrash) sowie Schlittenversuche (Test von Autositzen, Kopfstützen, Kindersitze, uvm.) möglich. 2002 wurde der Test vom Fahrzeug-Sicherheits-Konsortium Euro NCAP übernommen.

Kindersitztest: Dieser gilt europaweit als der wichtigste Test für die Kindersicherheit und die Ergebnisse werden in 20 Ländern Europas zeitgleich veröffentlicht.

ReifentestHier werden Sommer- wie Winterreifen auf trockener und nasser Fahrbahn, bei Schnee und Eis getestet. Da der Laie meist keine Möglichkeit hat, einen Reifen vor dem Kauf Probe zu fahren, übernehmen dies die ADAC Experten.

Assistenzsysteme: Der ADAC testet alle wichtigen Systeme, um den Verbraucher bei seiner Kaufentscheidung der teilweise teuren Assistenten zu unterstützen. Um die Wirkung des vorausschauenden Notbremsassistenten zu überprüfen, entwickelten die ADAC Handwerker und  Crash-Ingenieure ein eigenes Testverfahren. Dieses gilt heute europaweit als Standard.

In der Wärme- und Kältebox der Landsberger schwanken die Temperaturen je nach Test von plus 40 Grad Celsius bis minus 20 Grad. Damit lässt sich die Effizienz von Fahrzeugheizungen- und klimaanlagen ermitteln. In der Wind- und Regenbox stellen die Experten extreme Wetterbedingungen nach. Damit werden unter anderem die Dichte von Schiebedächern, Motorradkleidung sowie die Funktionalität von Scheibenwischern getestet.

Der ADAC prüft neben den Autotests auch regelmäßig Werkstätten, Fahrräder oder Navigationssysteme.

Mehr Informationen rund um die Leistungen des Technik Zentrums findet ihr hier.

 


Sophia
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Digitale Kommunikation

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