München und ADAC Südbayern: E-Taxi-Offensive

In München legen 3000 Taxis jährlich 150 Millionen Kilometer zurück.

Gemeinsame Initiative für Elektro-Fahrzeuge: Der ADAC Südbayern und die Landeshauptstadt München starten eine E-Taxi-Offensive. Nun hat das Münchner Rathaus grünes Licht für „TaxE“ gegeben.

Zukunftsweisende Partnerschaft im Bereich der Elektromobilität: Die Landeshauptstadt München bezuschusst im Rahmen einer Kooperation das vom ADAC Südbayern initiierte Projekt “TaxE”. Dies hat der Stadtrat nun mit großer Mehrheit beschlossen. München und der ADAC Südbayern wollen so die Schadstoffe in der Luft verringern.

Die Münchner Umweltreferentin Stephanie Jacobs sagt zur Kooperation: “Wir als Stadt unterstützen ‘TaxE’ als eine der konkreten Maßnahmen, um München zum Vorreiter in Sachen E-Mobilität zu machen. E-Fahrzeuge bedeuten saubere Luft und weniger Lärm in Münchens Straßen. Für die Taxi-Unternehmer bedeuten sie weniger Wartung und Verschleiß. Je mehr E-Fahrzeuge auf unseren Straßen unterwegs sind, desto schneller schaffen wir die Verkehrstrendwende weg von fossilbetriebenen Fahrzeugen hin zu moderner, sauberer Mobilität, wie sie zu einer schnell wachsenden Metropole wie München passt.” Eine Umsetzung der TaxE-Idee soll bereits 2017 erfolgen, das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt.

Stadt München stellt zwei Millionen Euro Fördergelder in Aussicht

Die Münchner Taxler legen jährlich 150 Millionen Kilometer zurück, 80 Prozent der Fahrleistung davon auf innerstädtischem Gebiet – und die meisten Autos werden noch mit Diesel angetrieben. Hier wollen die Landeshauptstadt München und der ADAC Südbayern ansetzen: Taxi-Betreiber, die auf ein elektrisch betriebenes E-Taxi umsteigen, sollen unterstützt werden: Die Landeshauptstadt bezuschusst die Fahrleistung mit bis zu 20 Cent pro elektrisch gefahrenem Fahrgast-Kilometer und unterstützt das Projekt darüber hinaus durch die Vergabe von Doppelkonzessionen.

Diese Grafik unterstreicht: Mit einem E-Taxi können 90 % Kohlendioxid eingespart werden.

Mit der TaxE-Initiative soll ein zusätzlicher Anreiz zur Nachfrage geschaffen werden. Eine auffällige Gestaltung soll die Sichtbarkeit der E-Taxis im Stadtbild erhöhen. Außerdem ist die Schaffung eines dichteren Netzes an Schnellladesäulen ein weiteres Ziel der Initiative. Insgesamt hat die Landeshauptstadt München eine Summe von zwei Millionen Euro in Aussicht gestellt, was zehn Millionen Fahrgast-Kilometern entspricht.

Heute Radlhauptstadt, morgen auch Ladehauptstadt?

Der ADAC Südbayern als moderner Mobilitätsdienstleister verspricht sich viel von diesem Projekt. “E-Taxis sind nicht nur Imageträger für alternative Antriebe, sondern sie stehen auch für ein fortschrittliches und weiterdenkendes München”, sagt Projektleiter Florian Hördegen. Sie könnten fahrendes Vorbild werden für andere Verkehrsteilnehmer, diese zum Umstieg auf alternativ betriebene Autos animieren und generell die Elektromobilität voranbringen. “München ist bereits Landeshauptstadt und Radlhauptstadt – und vielleicht bald auch Ladehauptstadt”, sagt Hördegen.

Flughafen als Partner – bald auch Messe München?

Mit dem TaxE-Projekt fördert der ADAC Südbayern alternative Antriebsformen bei der Personenbeförderung. Der mit 1,8 Millionen Mitgliedern drittgrößte aller 18 deutschen ADAC Regionalclubs zeichnet bereits seit 2010 umweltschonende, etwa mit Hybrid betriebene Fahrzeuge mit dem Eco-Taxi-Zertifikat aus. Mittlerweile sind mehr als 300 solcher Fahrzeuge auf den Münchner Straßen unterwegs.

Das Eco-Taxi wird von zahlreichen Firmen wie O2, Osram, dem Bayerischen Rundfunk, der Schörghuber Stiftung, den Stadtwerken München sowie diversen Kliniken unterstützt. Diese Unternehmen priorisieren bei der Bestellung für ihre Kunden ein Eco-Taxi. In das E-Taxi-Projekt will der Flughafen München als Partner einsteigen. Denkbar wäre, dort etwa separate Taxistände oder -spuren für elektrisch betriebene Modelle zu schaffen. Zudem laufen Gespräche mit der Messe München.


1 Kommentar

  1. Karlheinz sagt:

    Reichweiten unter 500 KM sind nicht akzeptabel. Bin selber Taxler in Kleinstadt, am Wochenende kommt mann öfters ins Umland
    und das oft auch noch zum Schichtende, Wenn da der Saft nicht mehr reicht muss ich auf die Fahrt verzichten.
    Letztes Wochenende erst: kurz vor Schluß, 300 KM gefahren, dann Fahrt bekommen hin und zurück nochmals 110 KM.
    Hätte hier auf 90.- € verzichten müssen.
    Für die durchnitlichen Schicht KM würden 300 KM Reichweite reichen, aber die vielen Spitzen kann man da nicht abdecken und das geht dann zu Lasten de Umsatzes.

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