E10: Das sagen unsere Facebook-User

Die Mehrheit unserer Facebook-User verweigert sich E10. Es dominiert eine negative, skeptische Meinung gegenüber dem Biokraftstoff.

E10 ist billiger, soll weniger CO2 verursachen – und wird an den Tankstellen verschmäht. Warum ist das so? Tankt ihr E10? Das haben wir unsere Facebook-Community gefragt. Lest hier die zusammengefassten Antworten.

2011 wurde der Biosprit E10 eingeführt, bis heute ist kein einziger Fall eines dafür freigegebenen Autos bekannt, das wegen des Kraftstoffs Schaden genommen hätte. Der Sprit ist billiger, soll weniger CO2 verursachen – hier mehr Informationen zu E10.

Wir haben unsere Facebook-Community gefragt: Warum wird der Kraftstoff an der Tankstelle verschmäht? Tankt ihr E10? Unser Facebook-Post erreichte 185.854 Personen und löste mit insgesamt 1209 Reaktionen und über 500 Kommentaren großes Interesse aus.

Die Mehrheit der User verweigert sich E10. Es dominiert eine negative, skeptische Meinung gegenüber dem Biokraftstoff. Die Sinnhaftigkeit der Ethanol-Beimischung wird aus unterschiedlichen Gründen in Frage gestellt. Das sind die Hauptkritikpunkte und was unser Technik-Experte dazu sagt:

Sprit statt Lebensmittel auf dem Acker?

Am häufigsten bezweifelten die Facebook-User, dass E10 den Zusatz „Bio“ überhaupt verdient. Die Hauptsorge gilt dabei die Herkunft der benötigten pflanzlichen Rohstoffe. Wird dafür Ackerland verwendet, das für Nahrungsmittel sinnvoller zu nutzen wäre?

Tatsächlich belegt der Anbau von Biokraftstoffen landwirtschaftliche Nutzfläche. Allerdings waren in Europa bis 2007 rund 3,8 Millionen Hektar Ackerfläche zwangsweise stillgelegt, um die Nahrungsmittel-Überproduktion zu verringern. Laut Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft reichen rund 0,5 bis 0,7 Millionen Hektar der insgesamt rund 12 Millionen Hektar Ackerfläche in Deutschland, um den hiesigen Ethanolbedarf für E10 zu decken.

Geringere Kosten, aber Mehrverbrauch?

Zudem bemängelten viele User, dass sich E10 trotz geringeren Preises nicht lohne, da der preisliche Vorteil beim Tanken durch die geringere Effizienz des Kraftstoffes wieder ausgeglichen werde. Die User haben konkrete Zahlen für den Verbrauch ihres Autos mit herkömmlichem Benzin und E10 angegeben, die teilweise weit auseinanderlagen. Man könne also durchaus günstiger tanken, müsste dies allerdings auch öfter tun.

Tatsächlich beträgt der Energiegehalt von Ethanol nur etwa zwei Drittel des Energiegehalts von Ottokraftstoff, so ADAC Experten. Auf der anderen Seite hat Ethanol bessere Verbrennungseigenschaften und erhöht die Oktanzahl. Als Richtwert kann man bei E10 von ca. 1,5 Prozent Mehrverbrauch ausgehen im Vergleich zum üblichen Ottokraftstoff Super E5, der auch bis zu 5,0 Prozent Ethanol enthalten darf.

Kraftstoffverbrauchsmessungen auf dem ADAC Abgasprüfstand bestätigen den “theoretischen” Wert 1,5 Prozent. So ergaben Vergleichsmessungen bei einem Opel Agila 1,2 Liter (69 kW, Euro 5) im Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) einen Kraftstoffmehrverbrauch von 4,85 l/100km zu 4,78 l/100 km bei der Verwendung von E10. Die CO2-Emissionen wurden dagegen um 0,9 Prozent (110,59 g/km zu 111,65 g/km) reduziert.

Schäden am Auto durch E10?

Einige Facebook-User gaben an, schlechte Erfahrungen mit E10 gemacht zu haben, entweder in Form von Mehrverbrauch ihres Wagens oder in Form von konkreten Schäden am Auto aufgrund des Kraftstoffes. Langfristig würden Dichtungen kaputt gehen. Zudem wolle keiner die Verantwortung für Motorschäden an freigegebenen Fahrzeugen übernehmen. Langzeitwirkungen seien nach wie vor nicht bekannt.

Bis dato sind dem ADAC keine Schadensfälle bei freigegebenen Fahrzeugen bekannt, die auf eine Betankung mit E10 zurückzuführen sind, auch nicht an den Dichtungen. Schäden sind auch langfristig nicht zu erwarten. Selbstverständlich beobachten wir aber jede weitere Entwicklung – insbesondere durch unsere Auswertung der  Pannenursachen – sehr aufmerksam.

Keine Empfehlung durch Hersteller und Werkstätten

Manche User verwiesen schlicht darauf, dass ihnen ihr Kfz-Mechaniker und oder auch Hersteller von E10 abgeraten hatten, obwohl ihre Autos eigentlich dafür geeignet wären. Fahrzeughersteller hätten auch gewarnt, kein E10 zu tanken, da sonst der Garantieanspruch erlösche.

Lieber Elektroautos fördern

Rund ein Fünftel der Facebook-User hat eine neutrale Einstellung. Sie betrachten sich als nicht betroffen, da E10 für ihre Autos (u.a. Dieselfahrzeuge) nicht in Frage kommt. Allerdings sind sie der Meinung, es sei nicht der richtige Ansatz, Biokraftstoffe wie E10 zu fördern. Stattdessen sollte lieber in alternative Antriebe investiert werden.

Doch immerhin: Knapp ein Fünftel der Facebook-User gab an, keinen Leistungsunterschied zu erkennen, E10 regelmäßig zu tanken und mit dem Biosprit absolut zufrieden zu sein.

Hier bekommst du mehr Informationen zum Biosprit E10.


Katharina
Katharina
PR Referentin, Digitale Kommunikation (DKO)

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