e.Go Life: Das Volks-Elektroauto

Leichtfüßig, klein, stadttauglich: Der e.Go Life, entwickelt an der RWTH Aachen.

Studenten der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen wollen schaffen, was den deutschen Herstellern bisher nicht gelungen ist. Schon ab 2018 verkaufen sie das selbst entwickelte Elektroauto e.Go Life als günstigen Stadtflitzer für die Masse. Hinter dem ehrgeizigen Projekt steckt Prof. Günther Schuh, der die Autobranche kürzlich schon einmal schockte.

Die RWTH Aachen scheint ein Quell elektromobiler Innovationskraft zu sein, betrachtet man die jüngste Vergangenheit. Bereits 2014 überraschte dort Prof. Schuh die deutsche Automobilwelt. Zusammen mit seinen Studenten hatte er damals den Streetscooter entwickelt. Das war ein elektrischer Lieferwagen, der ausschließlich den städtischen Lieferverkehr bedienen sollte. Anfangs belächelt, wurde aus dem universitären Projekt ein großer Erfolg. Denn die Post hörte von dem E-Lieferwagen und kaufte kurzerhand das Projekt Streetscooter.

Heute stellt der Brief- und Paketzusteller hauseigene E-Lieferwagen her und verkauft sie auch an andere Interessenten weiter (wir berichteten).

Mit dem Geld, das Schuh aus dem Verkauf des Streetscooters erlöste, gründete er die e.Go Mobile AG, um die Ärmel für das nächste ambitionierte Projekt hochzukrempeln. Das Ziel diesmal: Ein E-Auto für die Masse, günstig und leichtfüßig, nur für den individuellen Stadtverkehr – sozusagen ein Volks-Elektroauto. Und tatsächlich: Nach nur 21 Monaten Entwicklungszeit und 30 Millionen Euro Entwicklungskosten steht das Ergebnis auf vier Rädern: das Elektroauto e.Go Life. Schon ab 2018 soll es in der Basisausstattung inklusive staatlicher Subvention (“Umweltprämie”) für etwa 12.000 Euro zu kaufen sein (ohne Umweltprämie: 15.900 Euro). Schon jetzt kann man den e.Go Life mit einer Vorauszahlung von 1000 Euro online bestellen.

Vorbild Formel 1

Um Herstellungskosten und Verkaufspreis niedrig zu halten, orientierten sich die Entwickler offenbar an der Formel 1. So wie in der Rennserie hat der e.Go Life eine Fahrgastzelle aus Aluminium und nicht eine branchenübliche selbsttragende Karosserie. Alle äußeren Teile bestehen aus Thermoplast und nicht aus dem üblichen lackierten Blech. In Kombination macht das den Stadtflitzer enorm leichtgewichtig. Nur 650 Kilogramm Leergewicht (ohne Batterie) hat der Hersteller gemessen.

Schuh und seine Mitarbeiter setzen nicht den Anspruch, mit dem e.Go Life weite Strecken zu fahren. Sie wollen eher eine bezahlbare Option bieten, in der Stadt elektrisch mobil sein zu können. Dafür sprechen auch die relativ niedrige Reichweite von etwa 130 Kilometern und die Höchstgeschwindigkeit von 104 km/h. Wer dennoch pro Batterieladung ein paar Kilometer weiter fahren möchte, kann sich das größere Batteriepaket hinzukaufen. Damit fährt man bis zu 170 Kilometer ohne Ladestopp.

Daten und Fakten laut Hersteller für e.GO Life:

MODELLe.GO Life (Basisbatterie)e.GO Life (große Batterie)
Gewicht
Leergewicht650 kg (ohne Batterie, ohne Fahrer)650 kg (ohne Batterie, ohne Fahrer)
EG-Leergewicht810 kg (mit 14,4 kWh Batterie)840 kg (mit 19,2 kWh Batterie)
Zulässiges Gesamtgewicht1100 kg1100 kg
Zuladung280 kg250 kg
Achslastverteilung (vo/hi)48/52 Prozent46/54 Prozent
Batterie
BatterietypLithium-IonenLithium-Ionen
Elektrische Reichweite (NEFZ)130 km170 km
Ladezeit330 Min.450 Min.
Antrieb
Basisleistung15 kW15 kW
Peakleistung22 kW22 kW
Max. Drehmoment110 Nm110 Nm
Fahrleistung
Höchstgeschwindigkeit104 km/h104 km/h
Beschleunigung 0-50 km/h5,7 Sek.5,9 Sek.
Energieverbrauch
Verbrauch auf 100 km (NEFZ)9,9 kWh9,9 kWh
Sonstiges
Wendekreisetwa 9 metwa 9 m
Preisab 15.900,- Euro noch nicht bekannt

Auch interessant: Elektroauto Sion: “Wir machen´s anders”


1 Kommentar

  1. Patrick sagt:

    Cooles Teil! Wenn der rauskommt und gut fährt, würde ich mir den als Ersatz für einen Audi A4 Benziner kaufen. Lange Touren werden dann mit einem Mietwagen gemacht, das kommt am Ende fast aufs Gleiche raus wie die Anschaffung eines Hybrid oder reinen Verbrenners. Und in der Stadt ist der e.Go perfekt für Stop&Go-Verkehr und knappe Parkplätze. Mich interessieren vor allem die Fahrbarkeit (Ein-Pedal-Fahrweise mit Rekuperation) und der Komfort (Geräuschkulisse innen, Witterungsfestigkeit, Aufladen zuhause & unterwegs -> DC-Laden).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.