Fahrgefühle: Hass auf den ÖPNV

Freude und Ärger, Stress und Entspannung: Öffentlicher Personennahverkehr ist eine emotionale Angelegenheit. Mehr dazu lest ihr in unserer Fahrgefühle-Kolumne.

“Im Herbst ist es mir zum Radfahren zu kalt. Aber in der U-Bahn nerven mich die vielen Menschen, außerdem habe ich Angst, mich mit allen möglichen Keimen anzustecken. Was kann ich tun?”, so die Frage eines ADAC Mitglieds. ADAC Verkehrspsychologin Nina Wahn hat darauf folgende Antwort.

Auch wenn du diese Frage einer Mitarbeiterin des ADAC stellst: Ich werde nicht den scheinbar naheliegenden Ratschlag geben, mit dem Auto zu fahren. In der Stadt sind Bus, U-Bahn und Tram meist die sinnvollere Lösung.

Auch die Bushose, die Sheldon Cooper, die neurotische Hauptfigur aus der Fernsehserie Big Bang Theory überzieht, scheint mir nicht der beste Weg zu sein, mit der Angst vor Erregern in öffentlichen Verkehrsmitteln umzugehen.

Im Winter mit dem Auto, im Sommer mit dem Rad

Deine Vorbereitung auf das U-Bahn-Fahren könnte stattdessen mit der Überprüfung deiner Erwartungen an dein Fortbewegungsmittel beginnen – wir Psychologen nennen das Erwartungsmanagement. Derzeit, so mein Eindruck, willst du selbstbestimmt, flexibel, allein und komfortabel unterwegs sein. An warmen Sommertagen erfüllt das Fahrrad diese Ansprüche, im Winter das Auto.

Schauen wir uns nun den öffentlichen Verkehr an. Flexibel bist du damit in der Großstadt zweifellos. Außerdem bist du umweltfreundlich unterwegs, ersparst dir die Parkplatzsuche und bist statistisch betrachtet sicherer als im eigenen Auto. Andererseits gibt es gelegentlich Verspätungen, und morgens und abends kann es ziemlich voll werden. Stell dich darauf ein, pass deine Erwartungen an. Du wirst sehen, das macht Bus und Bahn allmählich ganz erträglich.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Als nächstes solltest du bedenken, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Je öfter wir etwas tun, desto mehr gewöhnen wir uns daran. Nutze also, deiner Abneigung zum Trotz, U-Bahn, Bus und Tram für einige Zeit, zum Beispiel vier Wochen lang. Ich bin mir ziemlich sicher: Nach einem Monat hast du dich an die Nachteile des öffentlichen Verkehrs gewöhnt – und seine Vorteile schätzen gelernt.

Und zu guter Letzt: Im heimischen Kühlschrank tummeln sich mehr Keime als an jedem U-Bahn-Griff. Auf Sheldons Bushose kannst du also getrost verzichten – und Handschuhe brauchst du eher in den eigenen vier Wänden als in der U-Bahn.

Quelle: Nina Wahn, ADAC Motorwelt Digital

Freude und Ärger, Stress und Entspannung: Verkehr ist eine emotionale Angelegenheit. Wenn ihr auch eine Frage zum Fahrgefühl habt, dann schreibt uns eine E-Mail!


Katharina
Katharina
PR Referentin, Digitale Kommunikation (DKO)

2 Kommentare

  1. X-tof sagt:

    gegen die Kälte auf dem Fahrrad könnte man auch einfach Handschuhe und u.U. eine Jacke anziehen, die für diese Temperaturen geeignet ist. Das funktioniert bei den vorherrschenden Witterungen in Zentraleuropa super.
    Dann musst man nicht mal seine Gewohnheiten ändern.

  2. Jule P. sagt:

    Zum Radfahren im Winter brauche ich vor allem meine Ohrpuschel, dann geht auch das 🙂

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