Kleine Spinne, großer Schaden

Der Schreck wegen einer Spinne im Auto führte in Kaiserslautern kürzlich zu einem Totalschaden.

Eine Autofahrerin überschlug sich kürzlich mit ihrem Auto, weil sie sich wegen einer Spinne im Wagen erschrak. Wir sagen euch, wie ihr euch bei Insekten in eurem Fahrzeug am besten verhaltet.

Viele Menschen fürchten sich vor Spinnen, dabei sind die Vielbeiner zumindest in unseren Breitengraden für gewöhnlich ungefährlich. Kürzlich wurden sie jedoch gleich mehreren Autofahrern zum Verhängnis.

Erst krabbelt es, dann knallt es

Eine junge Fahrerin in Kaiserslautern erschrak so sehr, als sich eine Spinne im Fahrzeuginneren vom Dach abseilte, dass sie mit ihrem Wagen gegen den Bordstein stieß und sich daraufhin überschlug. Der Wagen wurde mit einem Totalschaden abgeschleppt, die Fahrerin kam mit einem Schleudertrauma ins Krankenhaus.

Auch in Bayern verursachte eine eigentlich harmlose Spinne im Auto einen Unfall. Im Landkreis Freising begann eine Beifahrerin laut zu schreien, als sie die Spinne entdeckte. Mit ihrem Schrei erschreckte sie den Fahrer, der daraufhin einen Unfall baute. Das Fahrzeug der beiden überschlug sich ebenfalls. Die Fahrzeuginsassen wurden nur leicht verletzt, am Auto selbst entstand ein Schaden von 6000 Euro.

Immer den Straßenverkehr im Blick behalten

Wer eine Spinne im Auto entdeckt, sollte ruhig bleiben, den Blick auf der Straße, die Hände am Lenkrad lassen und bei der nächsten Möglichkeit rechts ranfahren. “Der Fokus muss immer auf den Straßenverkehr gerichtet sein. Autofahrer sollten sich bewusst machen, dass es viel gefährlicher ist, die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Das Tier selbst ist dagegen häufig nicht gefährlich. Auch nicht, wenn es auf meinem Arm sitzt”, sagt ADAC Verkehrspsychologin Nina Wahn. “Viele erschrecken sich kurz, wenn eine Spinne im Auto ist oder finden es nicht angenehm, wenn eine Biene um den Kopf fliegt. Wer sich jedoch so stark fürchtet, dass es ihn auch in anderen Lebensbereichen einschränkt, sollte sich möglicherweise beraten lassen. Eventuell liegt eine Angststörung vor, die behandelt werden muss.”

Kommt es tatsächlich zu einem Unfall, weil sich der Fahrer wegen einer Spinne erschreckt, stellt sich die Frage, wer für den Schaden aufkommt. Wenn ein anderes Fahrzeug beschädigt wird, springt die Kfz-Haftpflichtversicherung ein. “Für Schäden am eigenen Auto kommt grundsätzlich eine Vollkaskoversicherung auf. Außer der Fahrer hat grob fahrlässig gehandelt. Ein Urteil, dass dies der Fall ist, wenn sich jemand vor einer Spinne erschreckt, gibt es allerdings noch nicht”, erklärt ADAC Jurist Jost Kärger.


Diana
Diana
Jahrgang 1990. Exil-Schwabe in Bayern. Studium in Bamberg und München. Mitarbeiterin in der digitalen Kommunikation.

1 Kommentar

  1. Der Waldschrat sagt:

    Und was, wenn man jetzt einfach mal akzeptiert, daß es Autofahrer gibt, die zum Führen eines Kraftfahrzeuges nicht geeignet sind? Als Pferdehalter ist das für mich nichts Ungewöhnliches, daß sich – ob des im Auto transportierten Gerödels – ab und an einmal eine Spinne von der Sonnenblende aus so richtig mitten ins Sichtfeld abseilt. Und ich würde es auch eher ertragen, von einer Wespe gestochen zu werden, als mich von dem Baum ausbremsen zu lassen, welcher mir beim Ausweichen im Wege sein könnte. Wie werden diese Piloten wohl reagieren, wenn nach dem Ball das Kind auf der Straße erscheint. Oder, wenn aus der abschüssigen Seitenstrasse das Bobbycar samt Halbwüchsigem die Vorfahrtstrasse kreuzt. Alles schon erlebt… Ein Kraftfahrzeug in Betrieb zu nehmen erfordert schon ein gewisses Maß an Nervenstärke. Wer diese nicht hat, gehört m. E. nicht hinters Steuer – wer nicht fähig ist, angemessen zu reagieren, dem gehört die Pappe verwehrt. Die Allgemeinheit wird es danken.

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