Urteil: Krabbensalat im Handgepäck verboten

Krabben sind lecker. Als Salat jedoch darf man sie nicht mit an Bord eines Flugzeugs nehmen.

Ein Mann wollte Verpflegung mit an Bord eines Flugzeuges nehmen, unter anderem einen Krabbensalat. Das Essen durfte schließlich nicht mit in die Kabine – die Leckereien wurden weggeworfen. Der Mann klagte auf Schadenersatz. Wie entschied das Gericht?

Ein Mann wollte im März 2013 von Berlin nach Düsseldorf fliegen. In seinem Handgepäck befanden sich diverse Nahrungsmittel: 272 Gramm Büffelmozzarella, 155 Gramm Krabbensalat und 140 Gramm “Flensburger Fördetopf”.

Das Sicherheitspersonal beschlagnahmte die Lebensmittel mit der Begründung, dass sie in dieser Form nicht mit an Bord genommen werden dürften. Das Essen wurde schließlich weggeworfen, der Mann flog trotzdem.

Kurze Zeit darauf klagte der Reisende gegen das Sicherheitspersonal und forderte Schadenersatz. Er war der Ansicht, dass die Speisen zum Reisezeitpunkt mit an Bord gedurft hätten. Sie seien absolut ungeeignet für Angriffe auf Personen oder zur Beschädigung von Luftfahrzeugen gewesen.

Kein Krabbensalat in der Kabine

Das Verwaltungsgericht (VG) Berlin jedoch gab den Sicherheitsbeamten recht. Das wollte der Mann nicht akzeptieren und wandte sich an die nächsthöhere Instanz.

Auch das nun angerufene Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg wies das Anliegen des Passagiers zurück. Die Begründung: Bei den Lebensmitteln habe es sich um Mischungen von Flüssigkeiten und Feststoffen gehandelt. Diese dürften nur in Einzelbehältnissen mit einem Fassungsvermögen von nicht mehr als 100 Millilitern in einem durchsichtigen und wieder verschließbaren Plastikbeutel befördert werden – was hier nicht der Fall war. Der Beutel wiederum dürfe ein Fassungsvermögen von nicht mehr als einem Liter besitzen.

Von den Sicherheitskontrolleuren habe man zudem nicht verlangen können, dass sie nachprüfen, ob es sich bei dem Krabbensalat um eine gefährliche oder ungefährliche Substanz gehandelt habe.

OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 28.03. 2017, Az.: 6 B 70.15

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