Die Highlights der NAIAS in Detroit 2017

In den USA gilt der Chevrolet Traverse nicht als riesig, sondern zählt offiziell zur „Mid-Size“-Klasse.

Die Autoindustrie ist verunsichert, weil sie die Politik des kommenden US-Präsidenten Donald Trump noch nicht einschätzen kann. Dennoch zählen die USA nach wie vor zu den wichtigsten Automärkten der Welt. Zum Start ins Autojahr 2017 zeigen die Hersteller auf der North American International Auto Show (NAIAS, 8.-22.1.) in Detroit zahlreiche Neuheiten. Die Highlights im Überblick.

Sind es Zeichen der Unsicherheit vor der noch unkalkulierbaren Wirtschaftspolitik von Donald Trump? Oder die Nachwehen der Abgas-Affäre rund um den Volkswagen-Konzern? Oder schlicht mangelnde Wertschätzung? Fakt ist: VW-Chef Matthias Müller wird sich in diesem Jahr nicht auf der Automesse in Detroit sehen lassen. Und Porsche ist auf der Automesse 2017 überhaupt nicht vertreten. Der Konzern trete in Detroit nicht in Erscheinung und die Marke Porsche fühle sich auf den US-Messen in Los Angeles und New York im Frühjahr besser aufgehoben, so die Begründungen.

Erst vor wenigen Tagen stand eine andere Messe im Vordergrund, die Elektronikmesse CES in Las Vegas. Dort standen vor allem selbstfahrende und elektrische Autos im Vordergrund. Medien und Messebesucher berichten von einem großen Kontrast zwischen den beiden Veranstaltungen: Hier die bunte Zukunftsshow in Las Vegas, dort die althergebrachte PS-Party. Analysten rechnen für den US-Markt mit einem zusätzlichen Auftrieb durch die kommende Trump-Regentschaft. Wenn America Great Again werden soll, braucht es, so die heimliche Hoffnung auf dem Messeparkett, auch große Autos. Sinnbildlich dafür einige Messehighlights aus Detroit:

– Audi Q8: Audi stellt seinem großen Geländewagen Q7 im Jahr 2018 den luxuriösen Q8 zur Seite. Als Vorboten des geplanten Serienmodells hat Audi dort die Designstudie Q8 Concept enthüllt.

– BMW Fünfer: Der zweite bayerische Autobauer zeigt in der US-Autostadt den neuen Fünfer und läutet damit den Generationswechsel bei dem Modell der oberen Mittelklasse ein. Unter anderem soll das Fahrzeug ein komplett neues Cockpit im Stil des 7ers haben.

– Chevrolet Traverse: Große Geländewagen (SUV) wie der Traverse sind vor allem bei US-Kunden beliebt. Auch der nun überarbeitete Chevrolet, ein SUV von immerhin 5,20 Metern Länge, ausgestattet mit bis zu acht Sitzen, hat in den USA das Zeug zum Zulassungshelden. Übrigens: Dort gilt der Wagen nicht als riesig, sondern zählt offiziell zur “Mid-Size”-Klasse.

– Kia Stinger: Kia will auch einen Beitrag zur sportlichen Oberklasse leisten und ergänzt das Portfolio deshalb mit einer neuer Powerlimousine. Der Stinger (zu Deutsch: Stachel) kommt laut Kia in Europa Ende des Jahres in den Handel. Der Viertürer ist 4,83 Meter lang und mit einem Radstand von 2,91 Metern etwas oberhalb von Sportmodellen wie dem BMW 4er, dem Audi A5 oder dem Infiniti Q50 angesiedelt.

– Mercedes E-Klasse Coupé: Das neue Coupé ist deutlich länger als sein Vorgänger. Es bekommt einen neuen Bug mit einer betont kräftigen Motorhaube und soll insgesamt sportlicher wirken. Ausstattung und Antrieb orientieren sich an den anderen Modellvarianten der EKlasse.

– Mercedes AMG GT: Die Mercedes-Tochter AMG hat ihr Modell GT überarbeitet. Zur erweiterten Ausstattung des Sportwagens gehören eine aktive Luftführung im Bug und eine Hinterachslenkung. Außerdem erhält der AMG GT stärkere Motoren und einen neuen Kühlergrill mit 14 Streben. Dieser war bislang dem Spitzenmodell GT R vorbehalten und soll an die Rennwagen der legendären Panamericana aus den 1950er-Jahren erinnern, teilte Mercedes bei der Messepremiere mit.

– Toyota Camry: Ohne die in den USA alles dominierenden Pick Ups wäre der Camry der meistzugelassene Wagen zwischen Los Angeles und New York. Dem Camry haftet in den USA gewissermaßen das Image eines VW Passat an: alles andere als begeisternd, aber mit Nehmerqualitäten und ohne echte Schwächen. Der Toyota Camry verlor 2016 knapp zehn Prozent seiner Verkäufe. Das neue Modell soll nun Kunden zurückerobern und bedient sich dazu – typisch Toyota – eines nur sehr behutsam veränderten Designs und der weiteren Fokussierung auf Hybridantriebe.

– VW E-Bulli-Studie: Der Transporter I.D. Buzz zitiert stilistisch den legendären Bulli aus den 1950er-Jahren. Angetrieben von zwei E-Motoren mit zusammen 275 kW/374 PS, beschleunigt der Buzz laut VW in knapp fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Spitze von 160 km/h. Der Lithium-Ionen-Akku sorgt laut Normberechnung für über 600 Kilometer Reichweite. Weitere Details zu dem Wagen lesen Sie hier.

– VW Tiguan Allspace: VW macht diesen Tiguan zum Siebensitzer. Die Markteinführung des Tiguan Allspace ist für den Sommer geplant. Die Preise sollen bei etwa 30.000 Euro beginnen. Als Motoren dienen je drei Benziner mit 110 kW/150 PS bis 162 kW/220 PS und drei Diesel von 110 kW/150 PS bis 176 kW/240 PS.

Info: Die North American International Auto Show (NAIAS)  ist die Automobil-Leitmesse für Nordamerika. Vor allem für Pick-ups und SUV-Geländewagen geben die Kunden in den USA viel Geld aus. So stehen die schweren Karossen bei der NAIAS deutlich im Vordergrund. 2017 findet die Messe vom 8. bis 22. Januar statt. Ein ganz besonders Jahr für die Messe ist 2017 aufgrund des Umstandes, dass zu Beginn der Ausstellung Barack Obama Präsident ist und zu ihrem Ende Donald Trump bereits im Amt sein wird.

Mit Material von dpa


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