Rettungsgasse in der Stadt

Rettungsgasse rettet Leben: Freie Fahrt für Rettungsfahrzeuge. Diese Regel gilt auch innerorts.

Gerade während der stauintensiven Urlaubsmonate muss auf Autobahnen öfter mal eine Rettungsgasse gebildet werden. Viele Verkehrsteilnehmer wissen mittlerweile, wie sie in dieser Situation richtig reagieren. Aber wie verhält man sich in der Stadt, wenn ein Rettungsfahrzeug angefahren kommt? 

Die Rettungsgasse ist bereits seit 1982 in der Straßenverkehrsordnung (StVO) verankert: “Sobald Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden, müssen diese Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen für eine Richtung eine freie Gasse bilden.” Dabei gilt für diese “freie Gasse” prinzipiell folgende Grundregel: Seid ihr bei beginnender Staubildung auf dem linken Fahrstreifen unterwegs, weicht ihr nach links aus. Seid ihr auf einem der anderen Fahrstreifen unterwegs, so fahrt ihr nach rechts. So weit, so gut. Und bei Rettungseinsätzen innerorts?

Die Rettungsfahrzeuge benötigen freie Fahrt? Dann gilt: Ruhig und besonnen an den jeweiligen Fahrbahnrand fahren.

Rettungsfahrzeuge in der Stadt

Eine gesetzliche Grundlage in der StVO gibt es hier nicht. Auch der Terminus “Rettungsgasse” ist in diesem Zusammenhang fehl am Platz. Unsere Experten aus der Abteilung Verkehrspolitik raten vor allem eines: Ruhe bewahren und konzentriert bleiben! Immer wieder geraten Verkehrsteilnehmer rasch in Panik, wenn sich ein Rettungsfahrzeug nähert. Hat dieses Fahrzeug Blaulicht und Martinshorn eingeschaltet, ist das eine eindeutige Aufforderung für alle Verkehrsteilnehmer. In Paragraph § 38 der StVO heißt es: “Alle übrigen Verkehrsteilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaffen.” Wie das im Einzelfall aussieht, haben wir für euch skizziert.

 

 

 

 

Auch an der Ampel gilt: Den mit Martinshorn und Blaulicht agierenden Rettungsfahrzeugen freie Bahn verschaffen und dabei notfalls auch vorsichtig die Haltelinie überfahren.

Sonderfall Ampel

Ihr steht an einer durch Ampeln geregelten Kreuzung. Von hinten kommt die Feuerwehr. Sollte die Ampel auf Rot stehen, weicht ihr – wenn möglich – nach rechts aus, wie es die Grafik zeigt. Sollte es die Situation erforderlich machen, dürft ihr auch die Haltelinie überfahren. Keine Angst – das hat für euch keine rechtlichen Konsequenzen. Solltet ihr beim vorsichtigen Überfahren der Haltelinie geblitzt werden, wird die Verkehrssituation auf dem Foto festgehalten – und das Rettungsfahrzeug ebenfalls beim Überqueren der Haltelinie geblitzt.

Bei einer grünen Ampel habt ihr zwei Möglichkeiten. Entweder ihr haltet rechts an oder ihr fahrt zur Seite. Gibt es keine andere Möglichkeit, solltet ihr an der Kreuzung auch ruhig abbiegen, um den Weg für die Rettungsfahrzeuge frei zu machen. Und dann notfalls auch einen Umweg in Kauf nehmen – denn in vielen Fällen geht es in diesen Situationen um Menschenleben.

 

 

 

So verhaltet ihr euch prinzipiell richtig

  • Ruhig bleiben und die Situation mit kühlem Kopf einschätzen: Aus welcher Richtung kommt das Einsatzfahrzeug bzw. kommen die Rettungsfahrzeuge?
  • Die eigene Geschwindigkeit verringern.
  • Blinker setzen und an den Fahrbahnrand fahren – dabei immer ausreichend Abstand zum Vordermann halten.
  • Vor dem Wiedereinfahren auf die Straße prüfen, ob eventuell weitere Einsatzfahrzeuge heranfahren.

Absolute No-Gos bei Rettungsfahrzeugen

  • Panisch und unbedacht reagieren
  • Abrupt und scharf bremsen
  • Unmotiviert wenden

Ihr wollt mehr wissen? Hier findet ihr alles Wissenswerte rund um die Rettungsgasse und auch zum korrekten Verhalten in der Stadt.


 

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