Sicherungsseil: Regeln für Pkw Anhänger im Ausland

Oft bemängeln Ordnungshüter im europäischen Ausland eine fehlende Öse, durch welche das Sicherungsseil geführt werden muss.

Einige unserer Mitglieder haben berichtet, dass die niederländische, österreichische und Schweizer Polizei ein fehlendes oder nicht korrekt angebrachtes Sicherungsseil bei bestimmten Pkw-Gespannen moniert hatte. Die Beamten bestraften das zum Teil mit hohen Bußgeldern. Wir haben zusammengefasst, welche Bestimmungen in den jeweiligen Ländern gelten.

Niederlande

Die Gesetze in den Niederlanden sehen sowohl für gebremste als auch ungebremste Anhänger spezielle Sicherungseinrichtungen vor. Demnach brauchen Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht (zGG) bis 1500 Kilogramm eine Sicherheitsvorkehrung, sozusagen eine “Losreißvorkehrung”. Folgende Regeln gelten dort:

  • Bei Anhängern ohne eigene Bremse kommt eine sogenannte Hilfskupplung (Kabel oder Kette) in Betracht. Diese Regelung gilt auch für ungebremste Anhänger bis 750 Kilogramm zGG.
  • Für größere Anhänger, wie etwa für Wohnwagen und andere Anhänger mit eigener Bremse (zGG: mehr als 1500 Kilogramm), ist grundsätzlich eine “Reißbremsvorkehrung” (auch als “Handreißbremskabel” bezeichnet) vorgeschrieben. Dabei handelt es sich um ein Stahlverbindungskabel zwischen Zugfahrzeug und Bremseinrichtung des Anhängers. Wenn sich der Wohnwagen ungewollt vom Auto löst, zieht dieses Kabel an der (Hand-)Bremse des Anhängers.

Wer sich nicht daran hält, kann ein Bußgeld von bis zu 230 Euro erhalten. Aber Achtung: Vorgeschriebene Sicherungsseile (Kabel/Ketten) müssen zusätzlich mit Hilfe einer speziellen Öse oder eines Bügels an der Anhängerkupplung des Zugfahrzeugs befestigt sein. Es reicht nicht aus, wenn das Sicherungskabel lose über die Anhängerkupplung gelegt wird.

Schweiz

Die derzeitigen Straßenverkehrsgesetze in der Schweiz schreiben folgende Regelungen vor:

  • Bei Anhängern ohne Betriebsbremsanlagen bis zu einem zGG von 1500 Kilogramm ist eine zusätzliche Sicherheitsverbindung (Seil oder Kette) mit dem Zugfahrzeug erforderlich.
  • Das Gesetz hierzu enthält keine konkreten Bestimmungen, wie die Sicherheitsverbindung zu befestigen ist. Das Bundesamt für Straßen weist jedoch darauf hin, dass sich zusätzlich angebrachte Ösen oder aber spezielle Befestigungsöffnungen an der Anhängerkupplung für die Verbindung bewährt haben.
  • Es ist nicht ausreichend, die Sicherheitsleine einfach über den Kugelhals zu legen.

Bekannt sind Bußgelder in Höhe von circa 500 Schweizer Franken (etwa 460 Euro).

Österreich

Folgende Gesetze gelten derzeit in Österreich:

  • Anhänger mit einem zGG bis 1500 Kilogramm brauchen in Österreich eine zusätzliche Sicherungsverbindung mit dem Zugfahrzeug, wie etwa eine Reißleine oder eine Sicherungskette. Voraussetzung: Die Anhänger können nicht selbsttätig zum Stehen gebracht werden, wenn sie sich ungeplant vom Zugfahrzeug lösen.
  • Wie genau die Sicherungsverbindung befestigt sein muss, schreibt das Gesetz nicht vor.
  • Im Gegensatz zu den Niederlanden und der Schweiz reicht es in Österreich im Allgemeinen aus, die Reißleine oder Sicherungskette über die Anhängerkupplung zu legen.

Drohendes Bußgeld: Die Polizei in Österreich bestraft mit bis zu 100 Euro, falls die Verbindung nicht diesen Anforderungen entspricht. Gut zu wissen: Nicht nur dem Fahrzeugführer droht in Österreich ein Bußgeld, sondern auch dem Fahrzeughalter.


13 Kommentare

  1. S.Kirchner sagt:

    Und was ist das für eine spezielle Halterung, an der das Sicherungsseil befestigt wird? Wo bekommt man die her? Kann man das Nachrüsten?

  2. Dennis sagt:

    Ich verstehe nicht, ob & wie dann die Europa-weit-zugelassenen Anhängerkupplungen (AL-KO etc) nachgerüstet werden sollen – Öse dranschweißen? Technisch besteht kein Zusatznutzen …eher ein Risikofaktor durch schwergängige Verbindungen… TÜV/DEKRA prüft und befindet meine AHK alle 2 Jahre, kann ich mich darauf verlassen? @ADAC wie ist Deine Meinung bzgl Nachrüstung?

  3. Martin Bröcker sagt:

    Hallo , habe diese spezielle Vorrichtung bei Obelink in Holland gekauft mit neuem Abreissseil und Versandkosten 15 € ! Das ist es mir Wert !

  4. Dieter Gerecke sagt:

    An meinem neuen Insignia (abklappbare AK) ist bereits eine Öse an der AK angebracht

    Wenn diese Öse nicht vorhanden ist, darf ich dann das Abreisseil an der Abschleppöse anbringen?

  5. Heiko sagt:

    Wann wurde denn das Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr von 68 außer Kraft gesetzt, wonach “Stand der Technik” und Bestimmungen des Herkunftslandes gilt?

    • Anonymous sagt:

      Das ist ja ausgesprochen schwach vom ADAC hier solche Dinge in die Welt zu setzen aber nicht vernünftig auf die Fragen antworten zu können. Meines Wissens ist es auch so das der “Stand der Technik” im Herkunftsland des Fahrzeuges rechtsbindend ist…..

  6. stefan busch sagt:

    hallo ich habe einen bmw e 36 mit abnehmbarer anhängerkupplung
    dort gibt es keine öse oder sonst eine vorrichtung
    wie soll ich das nachrüsten
    es ist eine originale bmw westfalia anhängerkupplung ab werk verbaut

  7. Kirsten sagt:

    Also ich hätte hier vom ADAC auch mehr zur Lösung erwartet.
    Nach meiner Recherche kann man Halter zum Nachrüsten bei fehlender Öse im Netz bestellen. Oft ist die vorhandene Öse garnicht groß genug um den Haken der Abreissleine da durch zu ziehen, denn es ist nötig, dass weiter eine Schlaufe vorhanden ist. Dann kann man einen Karabiner mit 7×70 mm nach DIN 5299 einklinken und die Leine da durch legen. Unter diesem Link findet ihr eine Erklärung: https://camping-experten.de/abreissseil-am-wohnwagen/#
    Mehr Infos gibt es auch zum Halter im Ratgeber von caravanning.de. Ich hoffe damit konnte ich helfen.

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