Die 5 Stufen des automatisierten Fahrens

In fünf Stufen gibt der Fahrer Verantwortung an das Auto ab.

Die Stufen des automatisierten Fahrens beschreiben, welche Anforderungen sowohl an die Systeme als auch an den Fahrer gestellt werden. National und international spricht man von fünf Stufen, in denen der Fahrer Schritt für Schritt die Verantwortung an das Auto abgibt. Wir erklären, was dahinter steckt und wo wir uns heute befinden. 

Das Bundeskabinett hat das automatisierte Fahren zugelassen. Die nächsten Schritte sind die Abstimmungen im Bundestag und Bundesrat. Allerdings gibt es bislang noch keine Bauartvorschriften und keine Zulassungskriterien, nach denen dafür geeignete Fahrzeuge für den Straßenverkehr zugelassen werden könnten.

Um den Rechtsrahmen für teilautomatisiertes Fahren schaffen zu können, wurde das Wiener Abkommen – ein internationaler Vertrag, der den Straßenverkehr mittels standardisierter Verkehrsregeln möglichst sicher machen soll – im Jahr 2014 angepasst.

Heute darf sich der Fahrer durch Automatisierungsfunktionen bei der Fahraufgabe unterstützen lassen. Er muss aber jederzeit die Kontrolle über das Fahrzeug behalten, also selbst steuern oder überwachen, und jederzeit eingreifen können.

Die Stufen im Detail

Die fünf Stufen definieren den Stand der Automatisierung des Fahrzeugs. Sie beschreiben, wie die Fahraufgabe Stufe für Stufe vom Fahrer auf das Fahrzeug übergeht. Die verfügbaren Fahr- und Parkfunktionen unterstützen den Fahrer schon heute. Er muss das System allerdings zu jeder Zeit überwachen und gegebenenfalls die Fahraufgabe wieder selbst übernehmen.

Stufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5
assistiertteilautomatisierthochautomatisiertvollautomatisiertautonom
Füße wegHände wegAugen wegAufmerksamkeit wegfahrerlos
Tempomat und Abstandsautomat assistieren dem FahrerFahrer muss System dauerhaft überwachenkeine dauerhafte Überwachung der Systeme nötigSystem übernimmt die Fahraufgabe weitestgehendDas Auto fährt von selbst

Stufe 1: In dieser Stufe assistieren Systeme, wie beispielsweise der Tempomat oder Abstandsautomat, dem Fahrer.

Stufe 2: Hier spricht man vom teilautomatisierten Fahren. Der Fahrer kann die Fahrfunktionen teilweise dem System übergeben, muss es aber dauerhaft überwachen und bei Bedarf – ohne Aufforderung – die Fahraufgabe wieder übernehmen. Auf dieser Ebene befinden wir uns heute.

Stufe 3: Das System erkennt selbstständig seine Grenzen. In einem derartigen Fall fordert das Fahrzeug den Fahrer zur Übernahme auf. Dieser muss das System zwar nicht dauerhaft überwachen, er muss sich aber jederzeit bereithalten.

Stufe 4: Ab dieser Stufe kann der Fahrer die komplette Fahrverantwortung in spezifischen Anwendungsfällen an das System übergeben. Der Gesetzgeber fasst hoch- und vollautomatisiertes Fahren verhaltensrechtlich explizit zusammen.

Stufe 5: Die letzte Entwicklungsstufe wird als das fahrerlose Fahren bezeichnet. Das Fahrzeug kann auf allen Straßentypen, in allen Geschwindigkeitsbereichen und unter allen Umfeldbedingungen die Fahrt vollständig allein durchführen. Dadurch wird Personen ohne Fahreignung (z.B. Blinden) das Autofahren ermöglicht. Wann dieser Automatisierungsgrad erreicht sein wird, kann man heute noch nicht sagen.

Haftung und Datensicherheit

Zur Klärung von Haftungsansprüchen nach Schadensfällen im automatisierten Fahrbetrieb sollten Handlungen der Assistenzsysteme und Eingriffe des Fahrers beweissicher dokumentiert werden. Datenschutz, Datensicherheit und Transparenz für den Nutzer müssen gewährleistet bleiben. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) spricht im Motorwelt-Interview über die Haftung beim automatisierten Fahren.

Automatisierter Fahrbetrieb hat ein großes Marktpotenzial, da er den Komfort und die Produktivität des Fahrers steigern kann. ADAC Experten erwarten durch das automatisierte Fahren langfristig eine positive Auswirkung auf die Verkehrssicherheit und die Leistungsfähigkeit der Fahrer im Straßenverkehr.

Schon in wenigen Jahren sollen selbstfahrende Autos zu kaufen sein. Was für viele wie eine Verheißung klingt, ist für andere der blanke Horror. ADAC Präsident Dr. August Markl diskutiert ethische Fragen des autonomen Fahrens. 

Die ADAC Umfrage zum autonomen Fahren hat außerdem ergeben, dass knapp zwei Drittel der Mitglieder (63 Prozent) mittel- bis langfristig mit der Zulassung autonomer Fahrzeuge in Deutschland rechnen. Hier findet ihr alle Infos zur Umfrage.


Sophia
Sophia
Digitale Kommunikation

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.