Problem bei E-Autos: Bremsen rosten

Im Dauertest stellten wir vermehrt Rost an den Scheibenbremsen fest.

Durch die Energierückgewinnung werden klassische Scheibenbremsen bei E-Autos kaum genutzt. Das zeigt auch unser aktueller Dauertest des Opel Ampera. Wir sagen euch, was ihr dagegen tun könnt. 

Vorausschauende Fahrer nutzen die Energierückgewinnung (Rekuperation) ihrer E-Fahrzeuge und laden die Batterie beim Bremsen damit ein Stück weit wieder auf. Diese Funktion könnte in E-Autos zum Sicherheitsmangel werden: Werden Scheibenbremsen zu selten benutzt, rosten sie. Durch den Rost haben Bremsscheiben und -klötze keine optimale Auflage mehr, die Bremswirkung lässt nach.

Verrostete Bremsen beim Opel Ampera

So geschehen ist das bei unserem Dauertest des Opel Ampera. Dabei wurden das Auto über einen längeren Zeitraum und eine längere Strecken gefahren, um seine Alltagstauglichkeit zu überprüfen. Bei Kilometerstand 137.182 mussten die Bremsscheiben und -klötze auf der Hinterachse ersetzt werden, da sie stark verrostet waren. Die Werkstattkosten lagen bei 700 Euro netto.

Der Opel Ampera ist bei dem Test täglich unterwegs. Auf der Autobahn wird er auch mit höherer Geschwindigkeit gefahren, wodurch die Bremsen häufiger verwendet werden, als das bei privater Nutzung der Fall wäre. Der Test ist ein Einzelbeispiel, legt aber die Vermutung nahe, dass korrodierte Scheibenbremsen ein generelles Problem von Elektroautos sind.

Bremsen-Korrosion vorbeugen

Für E-Auto-Fahrer empfiehlt es sich, häufiger die Bremsen zu überprüfen. Wurde das Fahrzeug längere Zeit nicht bewegt, sollte beim ersten Fahren einmal kurz gebremst werden (zunächst sanft und dann kräftiger), um den Oberflächenrost zu entfernen. Achtet darauf, dass bei diesem Bremstest die Fahrbahn eis-, schnee- und glättefrei  ist – und dass beim Bremsen keine Fahrzeuge hinter euch fahren.

Auf der IAA 2017 stellte Autozulieferer Continental ein neues Bremssystem speziell für E-Autos vor. Ringbremsen und Klötze aus Aluminium versprechen auch dann rostfrei zu bleiben, wenn sie längere Zeit nicht eingesetzt wurden. Der Zulieferer beschreibt seine Neuheit mit den Worten: “Die korrosionsfreie Alu-Bremse verhindert, dass Rostbildung (wie sie bei Graugussscheiben normal ist) die Bremswirkung beeinträchtigen kann.” Wie genau das neue Rad-Konzept funktioniert, könnt ihr hier nachlesen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu E-Autos findet ihr hier. 

Praxistaugliche Reichweite, umfangreiche Serienausstattung, aber hoher Kaufpreis: Der Opel Ampera-E im Rundum-Test.


3 Kommentare

  1. eDriver sagt:

    … sind denn die Teile heutzutage von soooo schlechter QUALITAET ??? … ich kenne ein paar EV’s aus den 90ern – die fahren seit 20 Jahren noch mit den orginal Scheiben/Belaegen herum (REKU sei Dank ;-)<

  2. Martina Bark sagt:

    Das Problem mit den rostenden Bremsscheiben kann ich bestätigen. Ich fahre seit vier Jahren einen Toyota Yaris Hybrid, bei dem die Elektrobatterie über Bremsen und Rollenlassen gespeist wird.

    Schon vor zwei Jahren, als mein Wagen zum Check in der Werkstatt auf der Hebebühne stand, machte mich der Techniker den Ristansatz an den Bremsen aufmerksam und erklärte mir dessen Entstehung – genau wie im obigen Beitrag beschrieben.

  3. von Gestern sagt:

    Mein Ampera war zwar ein Klasse-Auto (der nachfolgende Besitzer meldete sich begeistert mit 0,2 l /100 km Benzinverbrauch), aber ich musste auch vorher schon die total dick verrosteten hinteren Bremsscheiben ersetzen lassen. Diese falsche Qualität der Bremsscheiben scheint aber nicht bei allen Baujahren vor zu kommen.

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