E-Autos – wie sicher sind sie?

E-Autos sind nicht gefährlicher als Pkw mit konventionellen Antrieben.

Die Zahl der Elektroautos steigt, wenn auch langsam. 2016 fuhren mehr als 11.000 Exemplare auf deutschen Straßen. Nach einigen Unfällen und dem unmittelbar folgenden medialen Hype wurde die Sicherheit von Insassen und Rettungskräften generell in Frage gestellt. Sind E-Autos im alltäglichen Betrieb oder auch bei Unfällen wirklich gefährlicher als konventionelle Kraftfahrzeuge?

Gut zu wissen: Für den Alltagsbetrieb von E-Autos gelten vergleichbare Risiken wie bei konventionellen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Experten der ADAC Fahrzeugtechnik bezeichnen die Risiken bei beiden Fahrzeugtypen als „beherrschbar“, Autofahren ist eben nicht ungefährlich.

Bei der Bewertung der Risiken sind vor allem die unterschiedlichen Energiequellen zu betrachten. Während konventionelle Fahrzeuge durch Otto- oder Dieselkraftstoff oder auch durch Erd- oder Flüssiggas angetrieben werden, sitzt unter der Haube des E-Autos eine Antriebsbatterie in Form von Lithium-Ionen-Akkus. Die Batterie ist technisch gesehen ein Hochvolt-Gleichstrom-Speicher, in dem Spannungen von bis zu 600 Volt herrschen. Zum Vergleich: Haushaltsstrom kommt mit gerade einmal 230 Volt aus der Steckdose.

Falls es bei E-Autos kracht

Die elektrischen Komponenten von serienmäßig produzierten Elektroautos sind „eigensicher“. Mit anderen Worten: Spezielle Konstruktionsprinzipien sorgen dafür, dass auch in einem Fehlerfall kein unsicherer Zustand eintritt. Was passiert aber, wenn die Schutzmechanismen der Antriebsbatterie etwa durch einen Unfall beschädigt werden? Ein Experte der ADAC Fahrzeugtechnik beschreibt: „Dann könnten einzelne Zellen durch innere Schäden überhitzen und die Antriebsbatterie dann thermisch ‚durchgehen‘“. Als Folge dieses „Thermal Runaway” beginnt die Antriebsbatterie zu brennen und ist dann nur schwer zu löschen.

Das klingt dramatisch, ist aber kein Grund zur Panik. Denn aktuelle E-Autos stehen den herkömmlichen Fahrzeugen in puncto Sicherheit in nichts nach. Zudem greift bei E-Autos in der Regel stets eine spezielle Sicherheitsmaßnahme: Wird der Airbag ausgelöst, schaltet sich das Hochvolt-System automatisch ab.

Besondere Gefahren für Helfer?

Alarmiert von der medialen Berichterstattung rund um (die wenigen) E-Auto-Unfälle, fragen sich Rettungsdienste, aber auch Autofahrer, ob die Erstretter bei E-Autos stärker gefährdet sind als bei Vorfällen mit herkömmlichen Fahrzeugen. In der Regel ist Erste Hilfe ohne erhöhte Gefahr für Leib und Leben möglich. Aber: Ist die Antriebsbatterie beschädigt oder liegen elektrisch leitende Teile offen, heißt es Finger weg von orangefarbenen Leitungen und Hochvolt-Komponenten! Dann solltet ihr unbedingt professionelle Rettungskräfte alarmieren. Die Feuerwehr verfügt über Rettungsdatenblätter für alle Fahrzeugtypen – die auch Anleitungen zur manuellen Deaktivierung des elektrischen Antriebssystems verfügen. Eine spezifische Rettungskarte für euer Fahrzeug könnt ihr hier herunterladen.

Fazit: E-Autos sind im Betrieb nicht sicherer, aber auch nicht gefährlicher als Fahrzeuge mit herkömmlichen Antrieben. Bei Pannen oder Unfällen mit E-Autos besteht in der Regel keine Gefährdung durch die Elektrik, da diese durch Maßnahmen der Hersteller abgesichert ist. Arbeiten an Hochvolt-Komponenten dürfen in jedem Fall nur eigens dafür ausgebildete Personen durchführen.

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