Sicherheit an Flughäfen: Das solltet ihr wissen

Die Zahl der Passagiere steigt kontinuierlich an - und wird das laut Prognosen auch weiterhin tun.

Es ist eine beeindruckende Zahl: Im Jahr 2016 wurden an deutschen Flughäfen 223,2 Millionen Passagiere abgefertigt. Jeder einzelne von ihnen durchlief dabei die Sicherheitskontrollen. Und die werden immer ausgefeilter. Denn immer mehr Fluggäste und immer mehr Gepäck verlangen nach sicheren Methoden.

1947 waren es gerade einmal 200.000, knapp 70 Jahre später bereits mehr als 223 Millionen Passagiere, die ihre Reisen über deutsche Flughäfen abwickelten. Doch die Entwicklung der deutschen Luftfahrt bleibt auch bei dieser Zahl nicht stehen. Bis zum Jahr 2030 prognostiziert der Flughafenverband ADV einen weiteren Anstieg auf 300 Millionen Passagiere, den die Flughäfen logistisch und technisch bewältigen müssen.

Flüssigkeiten – Wasser, Sirup, Streichkäse

Sechs Tonnen Flüssigkeiten werden täglich an deutschen Flughäfen bei der Sicherheitskontrolle einbehalten.

Seit dem 6. November 2006 gelten auf den Flughäfen der Europäischen Union besondere Vorschriften für die Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck. Als Flüssigkeiten gelten dabei übrigens nicht nur Wasser oder Säfte, sondern auch Kurioses wie Haargel, Streichkäse und Sirup. Maximal 100 Milliliter pro Produkt dürft ihr in einem wieder verschließbaren 1-Liter-Beutel mit ins Handgepäck nehmen. Außerdem gilt: Ein gefüllter Beutel pro Person. Mehr ist nicht.

“Spende dein Pfand”- eine wirklich sinnvolle Aktion

Obwohl diese Regeln grundsätzlich seit mehr als zehn Jahren gelten, kommen pro Tag an deutschen Flughäfen sechs Tonnen Flüssigkeiten zusammen, die das Sicherheitspersonal einbehalten muss. Dass der daraus erwachsende Flaschenmüllberg auch positive Seiten hat, beweist die Aktion “Spende dein Pfand”. An acht deutschen Flughäfen werden hierbei die Pfandflaschen gesammelt, und der Erlös kommt sozial benachteiligten Menschen zu Gute. Macht also mit!

Gepäck – seltener auf Irrwegen

Seit 2007 ist die Verlustquote für Gepäck auf Flughäfen um 70 Prozent gesunken.

Habt ihr im letzten Jahr schon einmal vergeblich auf euren Koffer gewartet und dabei sehnsuchtsvoll auf das Gepäckband gestarrt? Dann zählte euer Hab und Gut zu den durchschnittlich 5,73 Gepäckstücken pro 1000 Passagieren, die nicht an ihrem Bestimmungsort ankamen. An den großen Drehkreuzen erhöht sich diese Zahl deutlich. Gut zu wissen: 16 Prozent der verloren gegangenen Gepäckstücke haben den Startflughafen gar nicht verlassen. Achtet deshalb vor allem darauf, dass ihr euer Gepäck nicht zu spät eincheckt und auch keine verbotenen Gegenstände einpackt. Sonst werden zeitaufwendige Nachkontrollen fällig, und ihr müsst auf Zahnbürste, Pyjama und die Geschenke für eure Lieben verzichten.

Wurfsterne, Jagdmesser, Pistolen

Pistolen, Wurfmesser und Sprengstoff haben an Bord nichts zu suchen. Was anscheinend nicht jeden interessiert.

Was manche Passagiere im Handgepäck mit an Bord eines Flugzeugs nehmen möchten, treibt uns die Sorgenfalten ins Gesicht. Da war die Dame, die in ihrer Enchilada ein Messer mit feststehender Klinge drapiert hatte. Oder der Fluggast, der mit Wachs verschlossene Fläschchen mit dem Aufdruck TNT transportierte. Die Folge: eine Evakuierung und der Einsatz von Bomben-Spezialisten. In den Flaschen befand sich Badesalz, als Hochzeitsgeschenk für Herrn T. und Frau T. TnT eben.

2015 wurden bei Sicherheitskontrollen an deutschen Flughäfen 340.888 verbotene Gegenstände entdeckt, darunter 891 Schusswaffen, 6919 Nachbildungen von Schusswaffen und 2372 Sprengstoffe und Munitionsteile. Eine detaillierte Liste der “Verbotenen Gegenstände” für Handgepäck und aufgegebenes Gepäck findet ihr hier.

Körperscanner – alles im Blick

Sicherheitsscanner ersetzen nach und nach die Metalldetektoren.

Seit einigen Jahren setzen die Betreiber der großen deutschen Airports immer mehr auf Sicherheitsscanner, auch Körperscanner genannt. Die Kontrolle mit diesem Gerät ist übrigens freiwillig. Die Scanner lösen nach und nach die Metalldetektoren ab. In Deutschland sind nur Scanner zugelassen, die mit nichtionisierender Strahlung arbeiten. Die eingesetzte Software stellt keine Körperbilder dar, gezeigt werden lediglich Piktogramme oder Strichmännchen. Die Daten werden nicht gespeichert.

Röntgenapparate

Ein besonderes Fundstück – der 9 Kilo schwere Hummer, den Sicherheitsbeamte am Flughafen in Boston “rausfischten”.

Euer Handgepäck wird einer klassischen Röntgenkontrolle unterzogen. Dafür müsst ihr bestimmte Gegenstände wie Laptops, Kameras, Tablets u. a. separat in die bereitgestellten Behälter legen. Flüssigkeiten zeigt ihr bitte vorher dem Sicherheitspersonal, sonst werden zeitaufwendige Nachkontrollen fällig.

Gut zu wissen: Kann eine Sicherheitskontrolle nicht erfolgen oder nicht zu Ende gebracht werden, dürft ihr als Fluggast den Sicherheitsbereich nicht betreten. Das Kontrollpersonal kann euch in diesem Fall wieder in den öffentlichen Bereich schicken. Damit euch das nicht passiert und ihr in Zukunft rasch und problemlos durch die Sicherheitskontrollen kommt, hat die Bundespolizei wichtige Informationen zusammengestellt. Ihr findet sie hier.

Fliegen ist nicht euer Ding und ihr fühlt euch unwohl an Bord? Erfahrt hier, wie ein Seminar gegen Flugangst helfen kann.


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