Pendeln: So vermeidet ihr Stress

Pendeln kostet Zeit, Geld und Nerven. Trotzdem pendeln immer mehr Menschen in Deutschland

Millionen Menschen pendeln zur Arbeit. Jeden Tag legen sie viele Kilometer zurück, verbringen viel Zeit in Autos und Bahnen. Doch dauerhaft unterwegs zu sein belastet Körper und Seele. Wir sagen euch, wie ihr am besten mit Pendel-Stress umgeht. 

Viele Arbeitnehmer empfinden Pendeln als Stress. Wenn der Körper unter Stress steht, schüttet er die Botenstoffe Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol aus. Das bedingt eine Erhöhung des Blutdrucks und Blutzuckerspiegels. Über einen längeren Zeitraum können so stressbedingt Kopfschmerzen, Sodbrennen, Schlafstörungen, und Entzündungserkrankungen ausgelöst werden. Stress hat zwar körperliche Auswirkungen, die Ursachen sind aber meist psychischer Art – und damit häufig beeinflussbar.

Laut unserer Verkehrspsychologin verstärkt Zeitdruck verstärkt die Anspannung auf dem Arbeitsweg, ebenso wie Stau: “Wenn der Pendler nicht vor und zurück kommt, quasi im Stau feststeckt, steigt das Stresslevel schlagartig.” Ein entscheidendes Kriterium, ob das Pendeln als Stress wahrgenommen wird, oder einfach als Routinefahrt im Gehirn verbucht wird, ist unsere persönliche Einstellung zur Strecke. “Haben wir das Gefühl, die Fahrt wird uns aufgedrängt, belastet sie uns”, erklärt die Psychologin. “Wenn wir uns dagegen freiwillig für das Pendeln entscheiden, fällt uns der tägliche Weg in die Arbeit deutlich leichter.” Oft helfen schon kleine Einstellungsänderungen, um Stress aus dem Pendeln zu nehmen. Wir haben fünf Tipps für einen entspannteren Weg in die Arbeit zusammengefasst:

Tipps für stressfreies Pendeln

  1. Pendelstrecken Sinn geben: Pendeln wird dann als Stress wahrgenommen, wenn die Fahrt als verlorene Zeit abgestempelt wird. Wird die Strecke mit sinnvollen Tätigkeiten verbunden, fällt das Pendeln leichter. Die Rückfahrt kann beispielsweise mit Einkaufen, Sport oder einem Familienbesuch verbunden werden. Dadurch verbucht unser Gehirn den Weg als Freizeit – und nicht ausschließlich als Arbeitsübel.
  2. Persönliche Auszeit: Reserviert sich der Pendler die Fahrt bewusst als persönliche Entspannungszeit, belastet ihn der Weg zur Arbeit weniger. Eine ÖPNV-Fahrt kann gezielt dazu genutzt werden, ein Buch zu lesen. Eine Autobahnfahrt kann dazu dienen, Podcasts zu hören oder einfach einmal alleine zu sein.
  3. Zeit einplanen:  Zeitdruck erhöht das Stresslevel. Oft helfen schon wenige Minuten Zeitpuffer, um den Weg zur Arbeit entspannter zu gestalten. Klar, jeder will möglichst wenig Zeit für das Pendeln aufwenden. Doch wer knapp losfährt oder zu spät zum Bus oder Zug kommt, setzt sich unnötigem Druck aus und riskiert negative Auswirkungen auf die Gesundheit.
  4. Gleitzeitrahmen nutzen: Viele Büro-Jobber haben das Glück, dass sie nicht zu einer fixen Uhrzeit in der Arbeit sein müssen. Probiert doch mal aus, ein wenig früher oder später loszufahren! Manchmal bringen schon wenige Minuten Zeitunterschied eine deutliche Entspannung der Verkehrslage. Die ADAC Stauprognose hilft euch bei der Routenplanung. 
  5. Öffentlichen Nahverkehr nutzen: Eine Autofahrt fordert viel Konzentration – gerade im Stop-and-go des Berufsverkehrs. Eine Bahnfahrt kann entspannend wirken – und bietet mehr Vorteile, als man auf den ersten Blick sieht. Übrigens sind Diensträder seit Ende 2012 steuerlich absetzbar – das gilt auch für Pedelecs und E-Bikes. Inzwischen gibt es zahlreiche Leasing-Angebote – eine Option für euren Arbeitgeber? Wenn nicht: Vielleicht lässt sich wenigstens ein Teil des Weges mit einem Klapp- oder Leihfahrrad zurücklegen. 
  6. Besser im Team: Mitfahrgelegenheiten kann man über das Intranet der eigenen Firma suchen oder über Portale wie zum Beispiel. Pendlernetz, das von fahrgemeinschaft.de in Kooperation mit uns betrieben wird.

Wie kommt man mit Stress, Stau und Zeitmangel klar? Drei Pendler erzählen.

Pendelt ihr zur Arbeit und seid genervt von Staus? Der „Stau-Alarm“ unserer App ADAC Maps warnt euch per Push-Meldung vor Staus auf eurer Strecke. Die App ADAC Maps gibt es für iOS und Android.

 


2 Kommentare

  1. Alex sagt:

    Die heutige Zeit ist von Terminen geprägt, Kindergarten und Schule enden zu einer bestimmten Zeit, Einkaufen, Arztbesuche, Arbeiten und Schlafen muss man zwischendurch auch mal. Es ist leicht gesagt, dass man mehr Zeit einplanen soll.

  2. Olewicki Heiko sagt:

    Hallo, ich habe mir mit Jobrad und meinen Arbeitgeber ein S-Pedelec geleast. Die 15 km Arbeitsweg schaffe ich in 25-30 Minuten ( bei jedem Wetter). Zeitverlust gegenüber dem Pkw etwa 5 Minuten und 1 Stunde Bewegung ohne zusätzlichen Zeitaufwand. Seitdem habe ich schon 2000 km Arbeitsweg mit dem Fahrrad zurück gelegt. Es macht Spaß und damit weniger Stress, abgesehen von einigen wenigen Autofahrern , die nicht verstehen warum ein S-Pedelec auf die Straße gehört. Da ist noch bei vielen Aufklärung nötig.

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